Wie Start-with-a-Friend-Mitglieder in der Corona-Krise helfen, die Grundversorgung zu sichern

Isa & Masud: Ein echtes Dreamteam
Mai 17, 2020
Vahid im Führerhaus seines LKW

In der Corona-Krise halten zwar alle mehr Abstand, aber die Gesellschaft rückt gleichzeitig enger zusammen. Auch Geflüchtete, die Teil unseres Vereins sind, helfen mit und stärken mit ihrem Beitrag den Zusammenhalt. Einer davon ist Vahid, 33, LKW-Fahrer. Er transportiert Lebensmittel und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Grundversorgung in Österreich.

Vahid ist seit eineinhalb Jahren Mitglied von Start with a Friend Austria. Er floh vor vier Jahren aus dem Iran nach Österreich. Nach fast drei Jahren wurde ihm Asyl zugesprochen und er fand einen Job als LKW-Fahrer. Er transportiert Lebensmittel von einem Lager zum anderen, was besonders jetzt von enormer Bedeutung für die Versorgung der Bevölkerung ist. Für Vahid ist die Corona-Krise eine sehr arbeitsintensive Zeit. Er macht Überstunden und verzichtet auf freie Tage, um bestmöglich bei der Bewältigung dieser Krise zu helfen.

„Die Arbeit ist momentan schwieriger, weil wir natürlich den Meter Abstand einhalten wollen. Aber nicht alle Lager sind weiträumig; das macht es derzeit komplizierter und zeitaufwändiger.“

Vahid ist es ein Anliegen, mehr Bewusstsein für Berufsfelder zu schaffen, welche an der Erhaltung des Systems maßgeblich beteiligt sind. Würden diese Menschen jetzt nicht ihren Job erledigen und nicht das Risiko einer Infektion eingehen, wäre unser System in vielerlei Hinsicht noch stärker beeinträchtigt. Er hat das Gefühl, dass sein Job als LKW-Fahrer ohnehin von der Gesellschaft nicht hoch angesehen wird, aber er liebt ihn dennoch. Auch im Iran war er LKW-Fahrer und schätzt alle Erfahrungen, die er sammeln, alle Bekanntschaften, die er machen und alle Orte, die er aufgrund seines Berufs bereits kennengelernt hat, sehr.

„Und auch jetzt, trotz allem, mache ich meinen Job gerne, weil ich weiß, dass ich damit vielen Menschen helfe.“

Vahid vor seinem LKW

Vahid ist der Zukunft gegenüber positiv eingestellt:

„Solange sich alle an die Maßnahmen halten und die sozialen Kontakte reduzieren, wird bald wieder Normalität einkehren.“

In seiner Freizeit werden dann wieder die Zusammentreffen und Events von Start with a Friend Austria eine große Rolle spielen. Denn er vermisst derzeit die vom Verein organisierten Veranstaltungen und die Treffen mit seiner Tandempartnerin. Wenigstens kann er ab jetzt wieder an den Picknicks teilnehmen, die derzeit in verschiedenen Parks veranstaltet werden — natürlich mit Einhaltung des Abstands. Er würde sich außerdem sehr über neue Gesichter und Tandempartner*innen für die Community freuen. Schließlich geht es bei Start with a Friend darum, Freundschaften zu schließen.

Neue Mitglieder sind daher immer sehr gefragt und willkommen. Freundschaften sind für Vahid und für viele andere Geflüchtete eine große Hilfe, um sich in einer neuen Umgebung, in einem neuen Land zurecht zu finden und wohlzufühlen. Du hast auch Lust, ein Tandempartner für Geflüchtete zu werden? Alle Infos findest du auf unserer Seite Mitmachen. Oder du schickst uns einfach eine Nachricht, wir freuen uns auf dich!